Gruppentherapie – eine sehr wirksame Form der Psychotherapie

Viele Menschen überlegen zunächst, ob eine Gruppentherapie das Richtige für sie ist. Oft besteht Unsicherheit, wie eine solche Gruppe funktioniert oder ob man sich dort überhaupt öffnen kann. Die Erfahrung zeigt jedoch: Viele Teilnehmer sind überrascht, wie hilfreich und unterstützend eine therapeutische Gruppe sein kann. Gruppentherapie gehört zu den besonders wirksamen Formen der Psychotherapie. Zahlreiche Studien zeigen, dass sie bei vielen Themen ebenso wirksam oder sogar wirksamer sein kann als Einzeltherapie. Der Grund dafür liegt in der besonderen Dynamik, die in einer Gruppe entsteht.

Die Gruppe als Spiegel

In einer Therapiegruppe treffen unterschiedliche Menschen mit ihren Erfahrungen, Gefühlen und Persönlichkeiten aufeinander. Dadurch entsteht ein lebendiger Raum, in dem sich persönliche Muster oft sehr deutlich zeigen. Die Gruppe funktioniert dabei häufig wie ein Mikrokosmos des realen Lebens. Wie wir in der Gruppe auftreten, reagieren und Beziehungen gestalten, spiegelt oft auch wider, wie wir uns im Alltag gegenüber anderen Menschen verhalten. Der Unterschied: In der Gruppe kann offen darüber gesprochen werden. Diese Rückmeldungen ermöglichen eine tiefere Selbstreflexion und eröffnen neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen.

Ebenfalls das Aufarbeiten der persönlichen Biographie (verdrängter Gefühle) und das Bewältigen von Gefühlen / negativen emotionalen und kognitiven Mustern / Kindheitserfahrungen finden den nötigen Raum.

Feedback und zwischenmenschliches Lernen

In der Gruppe erhalten Teilnehmer häufig ehrliches und differenziertes Feedback von anderen Menschen. Dieses Feedback kann helfen zu verstehen:

  • wie das eigene Verhalten auf andere wirkt
  • welche Gefühle oder Reaktionen man bei anderen auslöst
  • welche Muster sich immer wiederholen
  • Diese Form des zwischenmenschlichen Lernens ist ein wichtiger Bestandteil der Gruppentherapie und kann nachhaltige Veränderungen im Verhalten und in Beziehungen ermöglichen.

    Emotionale Erfahrungen und Verarbeitung

    In einer therapeutischen Gruppe entsteht oft ein Raum, in dem Gefühle intensiver wahrgenommen und ausgedrückt werden können als im Alltag. Viele Teilnehmer erleben, dass sie:

  • Gefühle zulassen können, die lange zurückgehalten wurden
  • emotionale Erfahrungen nachholen oder neu erleben
  • belastende Erlebnisse besser verarbeiten können
  • Solche emotionalen Erfahrungen können sehr entlastend wirken und neue Perspektiven eröffnen.

    Das Gefühl von Zugehörigkeit

    Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Gefühl von Zugehörigkeit zur Gruppe. Viele Menschen haben in ihrer Vergangenheit schwierige Gruppenerfahrungen gemacht – z.B. Ausgrenzung oder Ablehnung. Die Erfahrung, in einer therapeutischen Gruppe akzeptiert zu sein und einen Platz zu haben, kann sehr heilsam sein und das Selbstwertgefühl stärken.

    Entwicklung neuer Verhaltensweisen

    Die Gruppe bietet auch die Möglichkeit, neue Wege im Umgang mit anderen Menschen auszuprobieren. Im geschützten Rahmen können Teilnehmer:

  • neue Formen von Offenheit entwickeln
  • ihre Bedürfnisse klarer ausdrücken
  • neue Verhaltensweisen ausprobieren
  • und direkt erleben, wie andere darauf reagieren
  • Diese Erfahrungen können helfen, auch im Alltag neue Möglichkeiten im Kontakt mit anderen Menschen zu entwickeln.

    Ein gemeinsamer Entwicklungsprozess

    Eine Therapiegruppe ist mehr als die Summe ihrer einzelnen Mitglieder. Durch die gemeinsame Arbeit entsteht eine besondere Dynamik, die viele Teilnehmer als unterstützend, stärkend und oft auch sehr bewegend erleben. Viele Menschen berichten, dass die Teilnahme an einer Gruppe eine der wichtigsten Erfahrungen ihrer persönlichen Entwicklung gewesen ist.

    Gerade die Gruppe bietet eine Reihe von Vorteilen – auch im Vergleich zur Einzeltherapie:

    Die Wirksamkeit der Gruppentherapie ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien gut belegt. In vielen Fällen zeigt sie sich der Einzeltherapie gegenüber als mindestens gleichwertig – häufig sogar überlegen. Die Dynamik einer Gruppe ermöglicht es, persönliche – oft unbewusste – Muster direkt im Erleben sichtbar zu machen und damit zu arbeiten. Diese Muster bilden häufig die Grundlage bestehender Probleme. So wird beispielsweise jemand, der dazu neigt, es allen recht machen zu wollen und dabei sich selbst aus dem Blick verliert, dieses Verhalten auch in der Gruppe zeigen – mit dem Unterschied, dass hier bewusst darauf eingegangen und damit gearbeitet werden kann. Das Feedback innerhalb der Gruppe ist besonders wertvoll. Es entsteht eine Vielfalt an Wahrnehmungen, Rückmeldungen und Impulsen aus unterschiedlichen Perspektiven – etwas, das in dieser Form in einer Einzeltherapie nicht möglich ist. Zugleich hat eine Gruppe eine „tragende“ Qualität. Es entsteht eine Atmosphäre, die es erleichtert, sich mit ganz unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen. Diese Form von gemeinsamer Präsenz und Dynamik kann im Einzelsetting nur begrenzt entstehen. Die Erfahrung, von anderen Menschen gesehen und angenommen zu werden, wirkt oft tiefgehend. Sie kann die Selbstakzeptanz stärken und dazu beitragen, bisher verdrängte Gefühle, Gedanken und Impulse besser zu integrieren. Daraus entsteht häufig ein stärkeres Gefühl von innerer Stabilität und Selbstsicherheit. Innerhalb der Gruppe können sogenannte „emotional korrigierende Erfahrungen“ entstehen. Dabei handelt es sich um neue Beziehungserfahrungen, die bisherigen inneren Bewertungen widersprechen und diese nachhaltig verändern können. Darüber hinaus schult die Gruppenerfahrung die Wahrnehmung für eigene und fremde Gefühle. Mit der Zeit entsteht ein feineres Gespür für zwischenmenschliche Prozesse, was sich oft positiv auf Beziehungen im Alltag auswirkt.

    Teilnahme an einer Gruppe - Testmonat -

    In der Praxis beginnt die Teilnahme an einer Gruppe in der Regel mit einem Testmonat. So besteht die Möglichkeit, die Gruppe kennenzulernen und herauszufinden, ob dieses Therapieformat für Sie passend ist.

    Wann ist eine Gruppentherapie sinnvoll...

    Eine Gruppentherapie kann bei ganz unterschiedlichen Situationen sehr hilfreich sein. Hier einige der möglichen Ausgangssituationen, bei denen die Teilnahme an einer Gruppentherapie sehr zu empfehlen ist:

    • Wiederkehrende zwischenmenschlichen Problem. Sich wiederholende negative Beziehungsmuster im privat wie im Berufsleben und daraus resultierende Ängste und depressive Verstimmungen
    • Unterschiedliche Ängste (Soziale Angst, Angst vor Menschen zu sprechen, Panikattacken , Agoraphobie , Schwindel…) im Hintergrund diese Problematik stehen oft…
    • Störung des Selbstwertgefühls , des Selbstbewusstsein , Schwierigkeiten sich zu behaupten , für sich einzustehen , Konflikte auszutragen, depressive Tendenzen durch negatives Selbstbild
    • Depression und fehlende Lebenslust - diese steht oft auch im Zusammenhang mit einem scheitern im sozialen und zwischenmenschlichen Bereich, unbefriedigende Lebenssituation in Familie- und Beruf. Isolation und Einsamkeit , Abgeschittensein von tieferen Emotionen / Gefühlen und von anderen Menschen
    • Hypochondrische Ängste, welche im Zusammenhang mit Narzissmus und Selbstbezogenheit stehen können
    • Konfliktscheue und übertriebenes Harmoniestreben —> führt häufig zu Selbstverleugnung und Depression
    • Menschen die alles in sich „hineinfressen“ ,kann auch wirklich zu Übergewicht führen
    • Fehlendes Feingefühl im zwischenmenschlichen Bereich und daraus resultierende Schwierigkeiten in Beziehungs- und Berufsleben
    • Das Gefühl noch mehr aus dem Leben rausholen zu wollen , dass Gefühl zu haben das Leben zieht an einem vorbei
    • Phasen der Neuorientierung im Leben / Phasen des Wandels
    • allgemein psychische Problematiken
    • ...

    Gruppen in der Kieler Praxis , Aufnahme , Anmelndung etc.

    Aktuell gibt es in der Praxis eine Abendgruppe am Montag, Diesntag, am  Donnerstag Abend, sowie eine Gruppe am Freitag Vormittag.

    Eine Aufnahmemöglichkeit besteht jeweils einmal im Monat, wenn nicht alle Plätze belegt sind. Bei interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit der Praxis auf.

    Die Gruppentherapie kann mit Einzeltherapie kombiniert werden, wodurch die Effektivität der Therapie verbessert werden kann.

    Es kommen aktuell Klienten aus ganz Schleswig-Holstein z.B. Rendsburg , Kiel , Schleswig, Flensburg , Neumünster und Eckernförde

    Klientenstimmen zur Gruppentherapie

    Klientenstimme: Inneres Wachstum - Ganzheitliche Entwicklung

    Ich bin bei Herrn Becker in Einzel- und Gruppentherapie, um eine Angststörung verbunden mit Panikattacken zu bearbeiten. Ich hatte dies schon einmal in einer Klinik für Psychosomatik mit mäßigem Erfolg versucht. Wir könnten zusammen individuelle Wege erarbeiten, um die Symptome zu reduzieren. Das Leben ist für mich wieder lebenswerter und aktiver geworden. Ich bin froh Herrn Becker gefunden zu haben und kann nur jedem Empfehlen diesen Schritt zu gehen."

    Klientenstimmen: "Eine Therapie zu beginnen war für mich eine Herausforderung.

    Ich war vor meinem ersten Termin bei Fabian sehr aufgeregt, mit seiner ruhigen Art konnte er mir die Aufregung aber schnell nehmen. Der wöchentliche Termin mit der Gruppe und Fabian gehört mittlerweile fest in meinen Alltag. Es ist immer wieder auch eine Herausforderung und man stößt an seine Grenzen, wächst aber auch über diese hinaus. Ich fühle mich immer gut aufgehoben, habe genug Zeit für meine eigenen Themen und bin dankbar für die Hilfestellung durch Fabian und die anderen Teilnehmer. Ich hatte anfänglich Schwierigkeiten mich komplett zu öffnen und einzubringen, aber auch das konnte ich in der Gruppe thematisieren, herausfinden woran es lag und mich mittlerweile sehr aktiv einbringen. Ich habe schon so viel über mich selbst gelernt. Ich habe Verknüpfungen und Verbindungen gefunden, die schon mein ganzes Leben da sind, die ich ohne Fabian, aber wohl nie verstanden hätte. Mir hilft es oft schon, einfach nur in die Gruppe zu kommen und die Zeit zu haben über mich und meine Gedanken zu sprechen. Auch das Zuhören und Hineinfühlen in die Themen der anderen Teilnehmer hilft mir weiter, da ich genau dann oft Verknüpfungen zu meinen eigenen Themen herstellen kann. Fabian hat ein gutes Gespür für die Teilnehmer und weiß, wann jemand etwas mehr Hilfestellung benötigt. Ich kann Fabian als Therapeut nur weiterempfehlen. Ich habe mich direkt wohlgefühlt und konnte mit ihm von Anfang an über viele Themen sprechen. Er hat eine sehr ehrliche und sensible Art, die mich persönlich voranbringt. Seit Beginn meiner Therapie fühle ich mich innerlich ruhiger, ausgeglichener und schlafe auch wieder besser – Danke!"

    Klientenstimme: Teilnahme an Gruppentherapie / Abendgruppe in Kiel

    ...Ich empfinde es als ein Privileg mit Menschen in einem geschützten Raum über die intimsten Gefühle sprechen zu können. Das ist eine große Bereicherung und Lebenshilfe, die ich so schnell nicht missen möchte. Ich bin Fabian Becker dankbar für seine feinfühlige und kluge "Führung" hin zur Heilung verletzter Seelen. Sehr empfehlenswert !"

    Klientenstimme: Nahrbar und einzigartig...

    Das ganzheitliche Praxis Angebot von Fabian Becker begeistert mich SEHR! Fabian hat mich in meiner emotionalen Notlage mit Schwindel- und Panikattacken umfassend und ehrlich stabilisiert, immer mit einem professionellen und mutigen Blick auf meine stärkenden Ressourcen. Ihm gelingt es auf sehr angenehme aber auch direkte Art und Weise einen wertschätzenden Rahmen zu schaffen, in dem ich in meinem Tempo wieder wachsen kann und zu meiner Selbstführung zurückfinde. Beeindruckend finde ich, wie es ihm gelingt unsere ganze Familiensituation mit in den Blick zu nehmen. Das gibt ganz viel Klarheit und Stärke, besonders auch für meine Kinder. Die Gruppentherapie ist so nahbar und einzigartig!!! Sie gibt mir im gemeinsamen Austausch und der Reflexion eine enorme Sicherheit in meiner persönlichen Entwicklung! DANKE!!

    Klientenstimme: Zunächst war ich skeptisch

    Ich probierte bereits über mehrere Jahre vier verschiedene klassische Therapien aus und wendete mich nach einer sechsjährigen Therapiepause in einer akuten Situation an Herrn Becker. Neben der Bewältigung einer Erkrankung und zeitgleicher Trennung von meinem damalige Partner konnte ich weiter in einer vorher nicht vorhanden Tiefe an/mit mir arbeiten. Neben der Einzeltherapie besuchte ich hinzu auch die Gruppentherapie. Zunächst war ich skeptisch, ob eine Gruppentherapieform für mich das richtige wäre, nun bin ich für diese Erfahrung sehr dankbar. Mich mit meinen Problemen zu öffnen und für alles was in mir ist Akzeptanz zu erfahren ist sehr heilsam. Durch Beiträge anderer Gruppenteilnehmer entsteht eine abwechslungsreiche Dynamik, ein Spiegel der eigenen Erfahrungen und lernt Feedback zu geben aber es auch anzunehmen. Für mich stellt die Besonderheit dieser Therapieform und insbesondere die Arbeit mit Herrn Becker die Konfrontation mit den tief liegenden ergreifenden Erfahrungen dar. Am meisten schätze ich die direkte Art und die mich fordernden Situationen, in welchen ich mich mir wirklich stellen darf. Bei meinen bisherigen Therapeuten ging es weniger in die Tiefe bzw. konnte ich geschickt den unangenehmen Themen und somit Gefühlen mehr ausweichen. Probleme wurde früher zwar besprochen, aber der tiefersitzende „Kern“ nicht gelöst. Ich habe mich hinzu immer gut aufgehoben gefühlt, wurde mit Feingefühl begleitet und in schwierigen Phasen aufgefangen. Dies gilt für die Einzeltherapie sowie für die Gruppentherapie.

    Klientenstimme: in einem schlechten psychischen Zustand

    Ich kann Fabian Becker als Therapeuten sehr empfehlen! Vor einem Jahr kam ich in die Praxis in einem sehr schlechten psychischen Zustand, der durch viele Stressituationen und ein paar heftige Schicksalsschläge verursacht wurde.Ich bin sehr dankbar, dass ich nicht lange auf den Therapiebeginn warten musste.Die Gruppentherapie war sehr effektiv für mich.Mit Hilfe der Gruppe konnte ich mich öffnen und den ungefühlten und verdrängten Emotionen, die seit meiner Kindheit in meinem Unterbewusstsein verborgen waren, begegnen.Ich habe gelernt sie zu fühlen. Der therapeutische Ansatz von Fabian hat mich sehr beeindruckt.Seine direkte, aber gleichzeitig sehr sinnliche Herangehensweise war sehr wohltuend für meine Seele.Obwohl der therapeutische Prozess für mich sehr anstrengend war, gelang es mir, aus einem schwierigen psychischen Zustand in einen stabilen zu gelangen. Für die Unterstützung der Gruppenmitglieder und für die Professionalität von Fabian bin ich sehr dankbar.


    Wirksame Faktoren in der Gruppentherapie angelehnt an Irvin Yalom (bekannter Amerikanischer Autor , Therapeut und empirischer Forscher im Bereich Gruppenpsychotherapie):


    • Hoffnung (wecken) und Motivation: Die Erfahrung in der Gruppe, dass Erleben der Fortschritte andere Teilnehmer führt häufig zu einem direkt spürbaren positiven Effekt. Es führt zu einer positiveren Grundhaltung und mehr Zuversicht die Probleme bewältigen zu können. Gerade das Erleben von Teilnehmern ,welche schon weiter im Therapieprozess sind ist hierfür sehr förderlich.
    • Universalität des Leidens: Oft glauben Klienten vor der Therapie das kaum jemand ähnliche Probleme hat wie sie selbst, über die Menschen die Ihnen auf der Straße begegnen denken sie „warum geht es denen allen so gut und ich habe solche Ängste oder Gedanken“ . Treffen sie dann in der Gruppe auf die anderen Teilnehmer, sind Sie überrascht, nie hätten Sie gedacht, dass diese Menschen ebenfalls mit Gedanken , Ängsten, Gefühlen in ähnlicher Weise zu kämpfen haben obwohl Sie genauso aussehen wie die "von der Straße". Diese Erfahrung korrigiert etwas im inneren und lässt das „sich selbst für seine "Schwäche" niedermachen - sich selbst mit Unverständnis zu begeben“ nachlassen - eine veränderte mentale Haltung ist die Folge, welche die Therapie beflügeln kann.
    • Mitteilung von Informationen: Die Gruppe ist eine sehr reichhaltige Quelle von Informationen. Einmal durch den Therapeuten, z.B. überbestimmte Zusammenhänge , Techniken , zu erwartende Schwierigkeiten und Entwicklungen, aber auch durch die andern Teilnehmer. Die Gruppe liefert jedem Klienten eine Fülle von Perspektiven und Aspekten zu seinem Anliegen, sie liefert sehr hilfreiches Feedback darüber, wie man von den andern wahrgenommen wird, es kommen Inspirationen und Ideen, welche ausgetestet werden können und neue Wege eröffnen. Auch das Betrachten der Lösungswege andere aus der Gruppe gibt Informationen und stößt Lernprozesse an.
    • Altruismus / Selbstwert: Anfangs glauben Teilnehmer häufig, dass Sie den anderen nichts „geben“ können. Sie haben keinen hohen Selbstwert und glauben nicht an ihre Wirksamkeit. Zu erleben, wie die eigenen Statements und Wahrnehmung bei Themen der andern Teilnehmer aufgenommen werden und Entwicklung in Gang setzen, verändert auf Dauer die Wahrnehmung von sich selbst und stärkt das Selbstbewusstsein nachhaltig. Das Selbstbild verändert sich durch diese neue Erfahrung von sich selbst (emotional korrektive Erfahrungen ).
    • Korrigierende Rekapitulation der primären Familiengruppe: Unbefriedigende Erfahrung in der Ursprungsfamilie prägen uns nachhaltig. Sie führen zu bestimmten Erwartungshaltungen anderen Menschen gegenüber (Objektbeziehungstheorie), bestimmen die Art und Weise, wie wir auf Menschen zugehen oder verschlossen bleiben, wie viel Angst in unserer zwischenmenschlichen Kommunikation ist, welche uns blockiert / gehemmt macht . In der Gruppensituation werden diese „Voreinstellungen“ deutlich sichtbar und thematisiert . Dies führt teilweise dazu, dass alte unverarbeitet Gefühle / Erfahrungen auftauchen können, welche in der Gruppe verarbeitet werden. Ein weitere Aspekt ist das die Bewusstwerdung im Zusammenhang mit neuen Erfahrungen in der Gruppe dazu führt neue und flexiblere Umgangsformen zu entwickeln. Auf diese Weise können z.B. eingefahrene Muster gegenüber „Autoritäten“ oder auch „Frauen“ oder „Männern“ gegenüber überwunden werden.
    • Entwicklung Sozialer Kompetenz , Fertigkeiten im menschlichen Umgang: Innerhalb der Gruppe können neue Fähigkeiten erlernt und „trainiert“ werden. Es gibt z.B. Menschen, welche in der Interaktion dazu neigen „Dinge in sich hineinzufressen“. Sie fühlen Missmut über etwas aber statt es anzusprechen ziehen sie sich zurück aus der Beziehung. Andere meiden grundsätzlich Konflikte, sie wollen gemocht werden und meiden es daher für sich einzustehen. Manche sind zu weitschweifig im Erzählungen und kommen nicht auf den Punkt , sie ermüden ihr Gegenüber, was zu Desinteresse an ihrer Person führt und sie „langweilig“ macht... All dieses sind Punkte an denen neuen Fähigkeiten innerhalb der Gruppe und mit Unterstützung der Gruppe gelernt werden können. Die Gruppe bietet einen geschützten Rahmen Dinge anzusprechen und sich in anderen Verhalten und Reaktion zu üben.Die Gruppe kann auch dazu genutzt werden einen immer wieder auf bestimmtes Verhalten aufmerksam zu machen, welches man verändern möchte.
    • Imitationsverhalten / Nachahmung: Das Erleben von Erfolg innerhalb der Gruppe, Therapiefortschritte bei andern Personen regt dazu an ähnliche Verhaltensweisen für sich auszutesten und damit zu experimentieren. Manche Klienten oder auch der Therapeut, stellen ein Vorbild dar, weil Sie vielleicht selbstbewusst für sich einstehen, andere, weil Sie eine Offenheit zeigen , andere, weil Sie Verletzlichkeit in der Gruppe zulassen und man erlebt, dass es hilfreich ist und nichts Schlimmes passiert. All diese Beobachtungen fördern das austesten andere Verhaltensweisen und Reaktionsweisen in der Gruppe
    • Katharsis: Häufig kann es in der Gruppe zu intensiv emotionalen Momenten kommen, Teilnehmer sind oft selbst überrascht, dass Sie im Rahmen einer Gruppe so intensive Gefühle zulassen können bzw. das die Gruppe dies fördert. Das intensive Erleben vom Gefühlen ist oft Teil einer Verarbeitung von Gefühlen, die bisher nicht betätigt werden konnten oder verdrängt wurden. Das Erleben / Zulassen dieser Gefühle ist erleichternd und befreiend zugleich und kann ein wichtiger Faktor sein Probleme zu bewältigen und neue Wege zu finden
    • Existenzielle Faktoren: Zu unterscheiden , was veränderbar ist und was nicht, was akzeptiert werden muss und was nicht. Gleichzeitig ist es auch so, dass jeder Klient quasi neu und unbeschrieben in die Gruppe „geboren“ wird , dass heißt, die Art der Interaktion und Beziehung die Art wie andere den Klienten empfinden ist alles als Reaktion zu verstehen auf das, was der Klient in die Gruppe einbringt. Von daher ist es lohnend zu untersuchen, welche Position jeder in der Gruppe einnimmt und warum !? Was sind die Gründe ? Die Gruppe spiegelt dabei in der Regel auch das, was dem Klienten in der normalen Welt an Reaktion entgegenkommen ( die Gruppe ist der Mikrokosmos, die Welt der Makrokosmos) . Jeder ist daher auf eine direkte Art dafür verantwortlich, ob er z.B. sehr akzeptiert ist oder nicht , ob er gehör findet oder nicht , ob andere ihn gerne unterstützen oder nicht und man kann im Nachhinein immer untersuchen, warum das eine oder andere passiert und was für Veränderungen notwendig sind.
    • Interpersonelles Lernen: In der Gruppe zeigen Klienten ihre typischen Verhaltensweisen. Aber sie erfahren hier, oft im Gegensatz zur „normalen Welt“ eine detaillierte Rückmeldung ( Feedback) wie dieses Verhalten wirkt , was er für Reaktionen auslöst, wozu es führt. Das Feedback löst eine Selbstreflexion aus , welche zu positiven Veränderungen hinwirkt. Im Mikrokosmos der Gruppe können gleichzeitig neue Wege erprobt werden und auch hierbei die Reaktion und das Feedback der Gruppe eingeholt werden. Manchmal führen leichte Abweichung zu deutlichen Änderungen in der Reaktion und dem Feedback. Dieses Feedback ist gleichzeitig eine „emotional korrigierende“ Erfahrung für den Klienten und wirkt oft nachhaltig nach und unterstütz Änderungen im Verhalten. Wichtig ist dieser Lernprozess auch, weil viele Störungen z.B. des Selbstwertgefühls , von Ängstlichkeit, Minderwertigkeit , Depression , Abhängigkeit oder Narzissmus oft durch getröstet zwischenmenschliche Beziehung aufrechterhalten wird und in ihren Gründet. Das interpersonelle Lernen ist eine Art von Beziehungsarbeit welches unsere Beziehungsfähigkeit und emotionale Intelligenz fördert.
    • Gruppenzugehörigkeitsgefühl ( Gruppenkohäsion). Viele Klienten verfügen über negative Gruppenerfahrung in ihrer Vergangenheit. Sie fühlten sich vielleicht ausgeschlossen, unbedeutend, nicht erfolgreich in einer Gruppe ( wurden gemobbt oder ähnliches) . Diese negativen Erfahrungen bestimmten ihr aktuelles Verhalten gegenüber und in Gruppensituation. Die Erfahrung in einer Therapiegruppe ein wichtiges Mitglied zu sein und eine Zusammengehörigkeit zu erfahren kann sehr heilsam sein und den Weg freimachen für viele zukünftige positive Gruppenerfahrungen in andern Kontexten. Gleichzeitig ist die Gruppe mehr als die Summer ihrer Teile (Mitglieder). Eine Gruppe entfaltet eine andere Kraft und Dynamik als Einzelpersonen. Sie stellt für alles Teilnehmer ein Plus an Energie bereit.