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Primärtherapie - Methode ( Arthur Janov, Hermann Munk, Alice Miller )
Die Methode der Primärtherapie
Die Primärtherapie gehört zu den tiefenpsychologisch fundierten Therapieverfahren. Das heisst z.B, dass Überlegungen wie u.a. das Konzept des Unbewussten, die Arbeit mit Träumen, die Existens von Abwehrmechanismen, das Vohandensein von inneren Konflikten in die primärtherapeutische Arbeit mit einfließen. Zudem finden in der Primärtherapie nach Munk auch analytische Konzepte (Nach C.G.Jung) z.B. das des "Schatten" (vereinfacht: Eigenschaften, die man selbst an sich nicht wahrnimmt möchte) und des kollektiven unbewussten ihre Berücksichtigung in der therapeutischen Vorgehensweise.
Trauma und Verdrängung führt zu den Symptomen / Schwierigkeiten
Gleichzeitig hebt sich die Primärtherapie aber auch in einigen Punkten deutlich von Überlegungen und Konzepten der Psychoanalyse ab. In der Primärtherapie werden psychische Symptome (siehe psychosomatisches Allgemeinsynsdrom bei Situation), Blockierung, ein Mangel an Lebensfreude, negative Beziehungsmuster, psychosomatische Symptome, als eine Folge der anhaltenden Verdrängung von verschütteten, nie empfundenen Gefühlen nicht integrierten Gefühlen / Bedürfnissen betrachtet. Diese Gefühle sind im Laufe unserer kindlichen Entwicklung verschüttet und vom Bewusstsein abgespalten worden. Es handelt sich um Gefühle und Bedürfnisse, für die in der familiären Situation, offen oder subtil, kein Platz vorhanden war. Gefühle die nicht sein durften, konnten, Gefühle, welche die Eltern vielleicht nervten, die sie nicht ertrugen etc. Diese Gefühlsabspaltung kann die Folge von "großen" traumatischen Ereignissen / Szenen sein (Missbrauch, Gewalterfahrungen, Psychische Gewalt) oder aber auch aus der Akkumulation vieler kleiner Erfahungen z.B von Erfahrungen des Abgelehnt werdens, einer feindseligen Stimmung, andauerende nicht-Erfüllung von Grundbedürfnissen (siehe unten) heraus entstehen. Entsprechend dieser auf Erfahrung beruhenden Annahme, ist Heilung in der Primärtherapie das Fühlen und integireren dieser vorher verschütteter Inhalte.
Nicht-Gefühlte-Gefühle (nnG´s) oder Primäre Gefühle nach Hermann Munk und Arthur Janov
Die verdrängten und verschütteten Gefühle werden von Hermann Munk als nicht-gefühlte-Gefühle (nnG´s ) bezeichnet und von Arhur Janov, der Begründer der Primärtherapie in Amerika als Primäre Gefühle oder Urschmerz. Alice Miller, eine ehemalige Psychoanlytikerin die sich dann nach ihren Erfahungen von der Psychoanlyse abgewendet hat, beschreibt in Ihren Büchern sehr anschaulich ( vgl. z.B. "das Drama des Begabten Kindes" oder "du sollst nicht merken" ) wie die Zusammenhänge zwischen Traumatisierungen / Mangelerfahrungen und späteren psychischen Problemen und Störungen des Gefühlslebens sind.
Alice Miller und Jean Liedloff - die kindlichen Bedürfnisse
Nach Alice Miller (und auch anderen Autoren, vgl. z.B. Jean Leadloff "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück") hat das kleine Kind von Beginn seines Lebens an grundlegende psychische und physische Bedürfnisse (sogenannte narzißtische Bedürfnisse). Diese sind z.B das Bedürfniss nach Schutz und Geborgenheit, nach Angenommen sein, nach Spiegelung (Rückmeldungen), nach Zuwendung, Zärtlichkeit, danch seine Gefühle ausdrücken zu dürfen und in ihnen verstanden zu werden. Können und werden diese Bedürfnisse des Kindes von seiten der Eltern oder anderer Bezugspersonen nicht genügend erfüllt, führt dass auf Seiten des Kindes zu Verunsicherung, Ängsten, Schmerzen, Panik, gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Werden Hilferufe dieser Kinder von niemanden Einfühlsamen verstanden oder stoßen sie wie so oft auf Zurückweisung und Ablehnung (die Eltern haben selber zu viel zu tun , Beziehungsprobleme, Arbeit, hatten Selber in ihrer Kindheit, wie es oft ist auch nicht das Erfahren was sie gebraucht hätten und können es daher auch nicht weiter geben) bleibt dem Kind um dem Schmerz zu entgehen und sein Funktionieren und damit Überleben innerhalb der Familie zu sichern nur die Abspaltung der Bedürfnisse und der ausgelösten Schmerzen und Ängste. Nach Alice Miller kommt es in diesem Gefüge zur Entwicklungs eines "Falschen Selbst" - das Kind versucht sich den Bedürfnissen der Eltern anzupassen, es versucht z.B. durch Leistung und besondere Anstrengungen ( Lieb sein, Stark sein, Unabhähnigkeit zu demonstrieren, besondere Fähigkeiten...) ihre Liebe zu gewinnen oder zu erhalten. Bei diesem Bemühungen verliet es seine eigenen Bedürfnisse und Gefühle aus den Augen - es gibt sein inneres notgedrungen auf (die Liebe / Annerkennung ist Lebensnotwendig - vgl. John Bowlby). Diese Abspaltung (Verdrängung) kostet Energie und nimmt auch unsere ursprüngliche kindliche Lebendigkeit mit sich und die notwendige andauernde Verdrängung führt dann im Laufe der Zeit durch die sich einschleifende unbewusste Gefühlsabwehr (z.B. durch bestimmte teils unbewusste Denk-, Reaktions- und Verhaltensmuster) zu den unterschiedlichsten Symptomen und Einschränkungen.
Heilung in der Primärtherapie - Katharsisches Erleben -
In der Primärtherapie wird nun angestrebt, dass die Klienten erstmals Zugang zu diesen, im unbewussten sich befindenden Gefühlen und Erfahrungen finden und diese zulassen können. Die frühere Spaltung wird wieder überwunden, was auch die mit ihr verlorene Lebensenergie wieder zurückgibt. Zulassen bedeutet hier, dass die mit intensiven Gefühlen von Schmerzen, Trauer, Angst, Wut... behafteten Erfahrungen erstmals ganz im Bewusstsein auftauchen und "durchgefühlt" (Katharsisches Durcherleben") werden können. Ein solches Fühlen, eines bis dahin nicht-gefühlten-Gefühls, wird auch als Primärerlebnis bezeichnet. Ein Primärerlebnis nimmt der zuvor noch verdrängten Erfahrung / dem verdrängten Gefühl die Energie indem es sich endlich mit Hilfe des Bewusstseins "entladen" kann. Diese Verbindung von bis dahin nicht-gefühlten-Gefühlen und dem Bewusstsein ist entscheidend für die Integration der Erlebnisse und Gefühle und setzt weitreichende Heilungs- und Neuordungsprozesse ( mit entsprechender spontaner Selbsterkenntnis) in Gang. Damit sich die Klienten in diese Gefühle (die sie seit ihrer Kindheit meiden) reinwagen, brauchen sie die Begleitung eines erfahrenen Therapeuten, der nicht vor diesen teilweise starken Gefühlen zurückschreckt und als Voraussetzung dafür selber bei sich diese Gefühle verarbeitet hat. Sind die Gefühle auf diese Weise in der Begleitung durchlebt verlieren sie ihren Einfluss, den sie vorher auf unser ganzes System auf unser Denken, Fühlen und Handeln unbewusst ausübten und die durch sie bedingten Verzerrungen und Energieverluste lösen sich auf.
Entwicklung der Primärtherapie
Die Primärtherapie wird seit Ende der 60er Jahre angewendet. Unter den ersten Klienten bei Arthur Janov waren auch einige bekannte Persönlichkeiten und Künstler wie z.B John Lennon, der seine Erfahrungen die er in der Primärtherapie machte auch in verschiednen Alben einfließen ließ. In Deutschland begann Hermann Munk 1976 mit seiner primärtherapeutischen Arbeit. Die Primärtherapie hat sich in den vergangen 40 Jahren immer wieder weiter entwickelt und die Vorgehensweise verfeinert. Die Primärtherapie ist ein ganzheitlicher Ansatz. Die Methode fordert daher den Menschen auf allen Ebenen Gefühl, Körper, Geist und Seele heraus. Die Primärtherapie ist nicht nur ein Psychotherapieverfahren sondern Sie ist ein ganzheitliches Verfahren, welches die Persönlichkeitsentwicklung-Entfaltung, Selbsterfahrung und Erkenntnis fördert.
Literatur zum Thema und theoretischem Hintergrund der Primärtherapie
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Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst | ![]() |
Hermann Munk: Fühlen und was dann ? Die Primärtherapie nach Munk |
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Alice Miller: Am Anfang war Erziehung | ![]() |
Ludwig Janus: Seelisches Erleben vor und während der Geburt |
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Jean Liedloff: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück | ![]() |
Alice Miller: Du sollst nicht merken |
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Arthur Janov: The Biology of Love | ![]() |
Arthur Janov: Der neue Urschrei, Fortschritte in der Primärtherapie |
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Arthur Janov: Das befreite Kind | ![]() |
Arthur Janov: Der Urschrei, ein neuer Weg der Psychotherapie |










