PRAXIS FÜR PRIMÄRTHERAPIE (PT-Kiel) | F.Becker, Heilpraktiker für Psychotherapie (HPG), Dipl.Soz.Päd (FH) | Lornsenstraße 41, 24105 Kiel |Tel: 0431-2209934 / Email: info@primaertherapie-kiel.de

Praxis für Primärtherapie (PT-Kiel)

Träume und Traumdeutung - Kiel

Der Traum ist der Spiegel in welchem das Bewusstsein die mehr unbewussten Anteile des eigenen Selbst oder Unbewußten zu Gesicht bekommen kann.

Am Anfang der Primärtherapie kommt es häufiger bei Klienten vor, dass sie sich nicht an ihre Träume erinnern können oder dass sie sich zwar erinnern aber sie ihre Träume nicht ernst nehmen oder ihren Träumen keine weitere Beachtung schenken. Ein anderes Phänomen welches häufig auftritt, ist dass die neuen Klienten noch keinen Blick dafür entwickelt haben, der ihnen hilft, den Sinn und Ursprung ihrer Traumes zu verstehen oder zumindest zu erahnen.

Im Traum tauchen Themen und Gefühle auf, welchen wir im Wachbewusstsein zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das Traumbewusstsein hat eine komplementäre (ergänzende) Funktion dem Wachbewusstsein gegenüber.

Tagsüber ist unsere Gefühlsabwehr (Abwehrmechanismen) zumeist stärker aktiv und ausserdem ist unser Bewusstsein durch die Anforderung des Alltags oft so weit vereinnahmt, dass viele Aspekte und Gefühle, welche in einer Situation doch unbewusst eine Rolle spielen oder durch die Situation in uns angesprochen werden nicht von uns wahrgenommen werden. Dieser Bewusstseinsmodus ermöglicht es in der realen Welt schnell einigermaßen "passend" zu reagieren, verschränkt aber den Blick zu den Gefühlsbereichen aus denen heraus eine Persönlichkeitsentwicklung bzw. Individuation (nach C.G.Jung) ihren Anfang nehmen könnte.

Anders ist es im Traum / der Schlafphase. Während des Schlafs können wir z.B. unsere Aggression nicht so leicht durch Sport oder oder verbal abreagieren oder Gefühle von Selbstzweifeln und Unsicherheit im Zigarettenqualm vernebeln. Zudem sind einige Ich-Funktionen wie die Bewertung von Situation und die Logik oft eingeschränkt. In diesem Zustand, der herabgesetzten Gefühlsabwehr sind wir unserem Unbewussten viel mehr ausgesetzt und können uns nicht im eigentlichen Sinne ablenken.

So kann es z.B. sein, dass Ängste vom Partner verlassen zu werden im Traum auftauchen, welche im Tagbewusstsein verdrängt werden (teils "bewusst" durch abtun / negieren , teils unbewusst). Es ist aber viel gesünder und wesentlich den Ängsten auf den Grund zu gehen, denn in verdrängter Form werden sie doch irgendwie, meist destruktiv im Sinne einer unbewussten Inszenierung (Herstellung einer Situation, wo Trennung wirklich droht, das Gefühl "plötzlich" passt) in den Alltag einfließen. Zudem haben solche Ängste/Gefühle oft auch einen biographischen Hintergrund (als Nicht-Gefühlte-Gefühle). Das heißt, dass bestimmte Situationen in der Gegenwart so starke Gefühle auslösen können, hängt in erster Linie damit zusammen, dass ihre Gefühlsenergie / Schwingung starke unbewusste und verdrängte Gefühle mit anregt (aktualisiert) wodurch sie überhaupt ihre "bedrohliche" Dimension in unserem Gefühlsleben erhalten können. Diese Gefühlskonglomerate sollten im Rahmen einer guten Therapie / Primärtherapie bewusst verarbeitet werden. Das Beachten und berücksichtigen der Träume kann in diesem Fall die Beziehungen retten.

Dieser im gewissen Sinne auch angreifbare Zustand (Schlaf/Traum) ermöglicht es also, dass sonst abgewehrte Bewusstseinsinhalte und Gefühle, verdrängte Erinnerungen in unserem Traumbewusstsein auftauchen können. Daher sah auch schon Freud den Traum als "Königsweg zum Unbewussten" an.

Im Traum tauchen in der Regel Inhalte auf, die eine gewisse emotionale Ladung und Wichtigkeit für uns haben, welche uns aber im Wachzustand entgangen sind, dass ist der Grund warum sie im Traum überhaupt auftauchen. Meist lässt sich im Traummaterial (Manifester Trauminhalt) ein Bezug zu einem "Tagesrest" der letzten Zeit feststellen. Z.B. taucht eine Person in einem Traum auf, an welche man durch Zufall während des Tages erinnert wurde, oder man hat einen Film gesehen in dem es um Schiffe ging und ein Schiff findet sich im Traum wieder. Es ist aber deutlich zu kurz gegriffen, jetzt zu glauben, damit den Traum im gewissen Sinne schon "erklären" zu können. Wir haben sehr viel an einem Tag gesehen, die Dinge , welche Eingang in den Traum gefunden haben, haben dies, weil sie zumeist besonders geeignet waren sich leicht mit etwas Gehaltvollem aus unserem Unbewussten zu verknüpfen. Daher sind es diese Tagesreste, die Eingang in unseren Traum gefunden haben. Die Inhalte aus dem Unbewussten sind oft Gefühle / Erinnerungen, welche aus dem Bewusstsein früher einmal verdrängt wurden oder auch noch nie den notwendigen Raum im Bewusstsein erhalten haben. Dies können auch nahezu Persönlichkeitsanteile sein, für welche in unserer kindlichen Entwicklung "kein Platz" gewesen ist. Es sind oft Gefühle / Inhalte, welche mit Ängsten, Schmerz, Scham besetzt sind - wie z.B. der Schmerz darüber seine kindliche Leichtigkeit schon früh verloren zu haben. Solange diese Inhalte nicht verarbeitet und integriert worden sind, werden sie immer wieder in unseren Träumen auftauchen uns dort manchmal auch im wahrsten Sinne des Wortes verfolgen (als dunkele Gestalten). Träume können gerade deshalb, weil in ihnen immer wieder die jenigen Dinge auftauchen, welche auf eine bewusste Verarbeitung "warten" und aufgrund des Selbstheilungswillen unserer Psyche immer wieder auf der Traumbühne auftauchen, dies kann eine große Hilfestellung für die Therapie und die Persönlichkeitsentwicklung darstellen.

An dieser Stelle soll es aber keine umfassende Ausführung geben, wie in der Primärtherapie mit Träumen gearbeitet wird. Letztlich geht es darum, den Traum zu nutzen um sich mit seinen Nicht-Gefühlten-Gefühlen und unverarbeiteten biographischen Inhalten auseinandersetzen zu können. Es gehört Erfahrung, Fingerspitzengefühl und ein Wissen über die Biographie des Träumers dazu, um Träume für die therapeutische Arbeit und die persönliche Entwicklung nutzen zu können.

Insgesamt sind die Teilnehmer der Therapie nach einiger Zeit und Übung wesentlich mehr in der Lage mit ihren Träumen etwas anzufangen und sie für ihre persönliche Entwicklung und "Ganzwerdung" zu nutzen.

Zu beachten ist auch, dass nicht alle Träume die gleiche Qualität und Tiefe haben. Manche Menschen träumen sehr viel in der Form eines "Durcheinandertraumes" in welchen sich kettenartig unzählige Dinge aneinander knüpfen, und diese bei dem Zuhörer eher einen chaotischen Eindruck hinterlassen (weil sie auch wirklich chaotisch sind). Auch diese Träume enthalten oft wichtige Inhalte. Diese sind aber weiter unter der Oberfläche und es besteht quasi keine gute offene Verbindung beim Träumenden zu seinem Unbewussten bzw. sind diese Träume sehr nah am Tagbewusstsein und Tagesgeschehen und bleiben hier quasi haften. Bei anderen Träumen merkt man gleich, dass sie mehr "Tiefe" haben. Sie enthalten oft klare Symbole, welche auch im Sinne von C.G.Jung Archetypische Bilder sein können. Diese Träume hinterlassen oft einen tiefen Eindruck beim Träumenden wie beim Zuhörer. Sie haben oft mehrere Bedeutungsebenen und berühren Grundgefühle beim Träumenden. Sie sind in der Therapie oft eine gute Brücke zu wichtigen nicht berabeiteten Themen in der Seelandschaft.